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26.10.17 | FAS, Pflege- und Gesundheitsmanagement, Aktuelles, Öffentlich, Aktuelles

Fünf Hürden auf dem Weg zum Auslandssemester – und wie sie zu überwinden sind

Eine Erasmus-Studentin des Studiengangs berichtet

„Ah, ein Erasmus -Semester – na wir wissen ja alle, dass das nur Party bedeutet.“ Als mein Auslandssemester in Schweden in greifbare Nähe rückte, hörte ich nicht selten Sätze wie diesen. Fünf solcher Vorurteile möchte ich hier nennen und zugleich widerlegen. Dass ein Auslandssemester unter dem Siegel „Erasmus“ häufig als eine einzige, sechsmonatige Party verstanden wird, ist nichts Neues. Daher überraschte mich auch nicht, das Klassiker-Vorurteil in Dauerschleife zu hören. Aber stimmt das? Außer Frage steht, dass es auch an meinem gewählten Universitätsstandort in Umeå, über 600 km nördlich von Stockholm, unglaublich viele Angebote zur Freizeit- und Abendgestaltung gab. Und, dass viele der Austauschstudierenden davon ausgiebig Gebrauch machten. Allerdings findet man in Würzburg nicht weniger „Anlaufstellen“ und ebenso viele feierwütige Mitstudierende. Im Gegenzug dazu gab es in Umeå – wie auch in Würzburg – genauso viele KommilitonInnen, die ihren Fokus klar auf fachliche oder überfachliche Bereiche legten. Ob ein Auslandssemester also in ein Party-Semester ausartet, oder intensiv für Studienzwecke genutzt wird, liegt allein in der Hand jedes Einzelnen.

"Was, du willst noch ein Semester länger studieren?“

Meine klare Antwort auf diese Frage war: Ja. Für viele Mitstudierende erschien es unverständlich, den Bachelor-Abschluss noch ein halbes Jahr nach hinten zu verschieben. Was man diesem halben Jahr alles machen könnte, wie viel Geld man verdienen könnte, und überhaupt – „willst du nicht langsam mal fertig werden?“. Häufig vergessen wird dabei, dass die in einem anderen Land und an einer anderen Hochschule investierte Zeit mit wertvollen, einzigartigen Lebenserfahrungen entlohnt wird. Auch in einem Management-Studiengang sollte das Studium nicht auf rasch abzuarbeitende CP-Verpflichtungen reduziert sein. Es sollte auch die Möglichkeit zu einer ganz persönlichen Weiterentwicklung bieten. Auslandserfahrung, interkulturelle Kompetenz, die eigene „Komfort-Zone“ verlassen sind nur ein paar Schlagwörter, die den unschätzbaren Gewinn durch ein Auslandssemester gut beschreiben. In den sechs Monaten, die ich in Schweden verbrachte, bekam ich nicht nur fachlichen, sondern vor allem persönlichen und überfachlichen Input. Rückblickend zählt dies weit mehr, als ein möglichst schnell beendetes Fast-track-Studium.

„Diesen Planungsaufwand nimmst du freiwillig auf dich?“

Es ist nicht zu leugnen, dass der Organisations- und Planungsaufwand eines Auslandssemesters immens ist. So gilt es nicht nur einen begehrten Platz im Hochschul-Austauschprogramm zu ergattern und geeignete Studienkurse zu wählen, auch die finanzielle Planung und die Suche nach einer Unterkunft ist zu bewerkstelligen. Aber spätestens nach meiner Rückkehr voller Begeisterung verstand jeder, dass sich dieser Aufwand lohnte. Gerade für Studierende eines Management-Studiengangs sollte der Planungsaufwand eine leichte Übung sein!

„Wie kannst du dir das überhaupt leisten, Schweden ist doch so teuer?“

Ganz klar ist, dass man in ein Auslandssemester nicht mit einem Kontostand von 0 starten sollte. Finanzielle Planung im Voraus ist unvermeidbar und wichtig. Aber bedingt durch die lange Organisations- und Vorbereitungsphase des Auslandssemesters bleibt genug Zeit, ein bisschen Geld anzusparen. Studierende des Pflege- und Gesundheitsmanagements sind durch ihre abgeschlossene Berufsausbildung und durch ihre Kontakte zu Arbeitsstellen hier klar im Vorteil. Zudem kann man BAföG beantragen. Selbst wenn man in Deutschland nicht BAföG-berechtigt ist, sollte man sich auf jeden Fall dafür bewerben, da die Bemessungsgrundlagen für Auslandsstudien andere sind. Zudem ist es natürlich immer möglich, sich für ein Stipendium zu bewerben. Besonders, wenn man sich zeitnah darum kümmert und die Gründe für das Semester im Ausland gut darlegen kann, lohnt sich eine Bewerbung in jedem Fall. Das Auslandsamt der Hochschule bieten hierbei wertvolle Vorschläge und Unterstützungsmöglichkeiten.  

„Sprichst du denn gut genug Englisch, um in dieser Sprache zu studieren?“

Einer der Gründe ein Auslandssemester zu studieren, kann der Wunsch sein, die eigenen Sprachkenntnisse zu verbessern. Zumeist weiß man anfangs nicht, ob diese ausreichen, den Vorlesungen und Seminaren ohne größere Probleme zu folgen. Sicher sollte man sich nicht wegen sprachlicher Bedenken von einem Auslandssemester abhalten lassen. Unser deutsches Schulsystem garantiert uns eine vergleichsweise günstige fremdsprachliche Ausgangsposition, auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind. Schnell bemerkt man, dass Mitstudierende die gleichen Bedenken haben – und man lernt rasch, ohne falsche Scheu sich dieser Herausforderung zu stellen. Oft bemerkt man nach kurze Zeit gar nicht mehr, in einer „fremden“ Sprache zu sprechen und zu denken. Fazit: Fünf Gründe „sitzen zu bleiben“ und wie sie unschwer zu entkräften sind: Ob dieser Widerlegungsversuch Mitstudierende in Bewegungen setzen kann, wird die Zukunft zeigen. Bislang ist ein Auslandssemester eine große Seltenheit bei Würzburger Pflege- und GesundheitsmanagerInnen und ein erarbeitetes Privileg weniger. Es lohnt, sich für dieses Privileg zu engagieren! Der erste Schritt in Richtung eines Auslandssemester geht kaum vor die Tür: international.fhws.de/fhws-international/outgoing-austauschstudierende/

Alle Bilder CC0, Quelle: www.pexels.com