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08.01.18 | Aktuelles, Pflege- und Gesundheitsmanagement

Paternale postpartale Krisen … wie bitte ?

Ergebnisse einer Bachelorarbeit

(Foto: Kress)

Was bei Müttern in der Zeit nach der Geburt im Volksmund häufig als „Babyblues“ oder „Heultage“ bezeichnet wird, soll auch bei Vätern als psychische Krise auftreten können ?!

Eine jüngst verfasste Bachelorarbeit hat sich u.a. mit dieser Frage befasst und Interessantes dazu berichtet.

Grundlage der Arbeit ist eine umfängliche Befragung im Raum Würzburg. Dabei zeigt sich, dass unabhängig vom Alter der befragten Eltern etliches Wissen um mütterliche nachgeburtliche Stimmungstiefs und Depressionen vorhanden ist.

Väterlicherseits auftretende emotionale Einbrüche sind hingegen kaum bekannt. Diese werden in der Literatur mit einer Auftretenshäufigkeit von bis zu 25 % insbesondere bei „first-time-fathers“ berichtet und stehen in einem mittleren Zusammenhang mit der depressiven Symptomatik seitens der Mütter.

Die Autorin kommt in ihrer Arbeit zu dem Schluss, dass postpartale Krisen gesellschaftlich immer noch stigmatisiert werden und klarer Handlungsbedarf zur Verbesserung des Wissens besteht.

Das in Würzburg eingerichtete "Netzwerk Postpartale Krisen“ leistet hier einen wichtigen Beitrag durch vielfältige Informationsangebote und macht beispielhaft deutlich, dass erfolgreiches Management im Gesundheitswesen stets interdisziplinär verstanden werden muss. Das koordinierte Zusammenwirken von Beratungsstellen, Hebammen, Fachärzten wie Klinikpersonal kann das gesellschaftlich stigmatisierte Krankheitsbild postpartaler Krisen verändern helfen – und damit auch die Väter ins Blickfeld rücken.