Bachelor Studiengang Management im Gesundheitswesen :: Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften (FAS) :: FHWS

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14.06.18 | Pflege- und Gesundheitsmanagement, Aktuelles, Aktuell 2015

Rechtsfragen „Wohnen im Alter“

WÜRZBURG. Besuch von Studierenden der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt: Die Seniorenwohnanlage am Hubland und Miravilla – Service-Wohnen Hubland waren Gastgeber für eine Vorlesung des Studiengangs Pflege- und Gesundheitsmanagement. Es ging um Rechtsfragen des Wohnens im Alter.

Nach einem Überblick über das Leistungsspektrum des Kommunalunternehmens des Landkreises Würzburg erläuterte Prof. Dr. Alexander Schraml, Geschäftsführer der Senioreneinrichtungen des Landkreises Würzburg und FHWS-Lehrbeauftragter, die unterschiedlichen Wohn- und Hilfeformen. 

War früher das „klassische“ Altenheim eine gängige Versorgungsform, so wurde diese vor einigen Jahren durch das „Betreute Wohnen“ abgelöst. Selbstständigkeit im Alter ist seitdem die Maßgabe. Dementsprechend gestaltet sein müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen. Ein Mietvertrag auf Lebenszeit, ein Dienstvertrag für den Ansprechpartner und Koordinator vor Ort sowie Wahlfreiheit bei allen weiteren Pflege- und Versorgungsleistungen.  Rechtssicherheit und Qualitätsgarantie schafft hierfür das Qualitätssiegel der Bayerischen Stiftung für Qualität im Betreuten Wohnen, das die Wohnanlage „Miravilla“ von Anfang an besitzt. Dieses umfasst allerdings nicht nur die rechtlichen Rahmenbedingungen, sondern auch konzeptionelle und architektonische Anforderungen.  Barrierefreiheit, Brandschutz und bauliche Details zur Unterstützung älterer Menschen sind von besonderer Bedeutung.

Im Pflegefall gewinnen auch immer mehr ambulant betreute Wohngemeinschaften an Bedeutung. Eine optimale pflegerische Versorgung und hauswirtschaftliche Versorgung können mit einer wohnlichen Atmosphäre und einem hohen Maß an Selbstverwaltung kombiniert werden. „Besonders für kleinere Gemeinden und Pflegebedürftige mit einem niedrigen Pflegegrad kann dies eine Alternative zum Pflegeheim sein“, so Schraml. Ein besonderes Augenmerk ist aber auf die gesetzlichen Anforderungen an die Organisation und vertragliche Ausgestaltung derartiger Wohngemeinschaften zu leben.

Ein hohes Maß an Rechtssicherheit gewährt die Versorgung in einem Pflegeheim. Das Pflegeversicherungsrecht und das Heimrecht gewährleisten umfassenden Schutz des Bewohners hinsichtlich des Vertragsinhalts, des Heimentgelts und des Kündigungsschutzes.  Dies sei aber im Hinblick auf die Hilfsbedürftigkeit der Bewohner in der letzten Lebensphase auch durchaus gerechtfertigt, so Schraml.